KASSEL (15.4.26) Die CDU-Fraktion Kassel gratuliert den Schaustellerinnen und Schaustellern herzlich zur Anerkennung ihrer Tradition als immaterielles Kulturerbe. Die Aufnahme der Schaustellerkultur auf Volksfesten in Deutschland in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes würdigt eine Kulturform, die seit Generationen Menschen verbindet und auch das gesellschaftliche Leben in Kassel prägt.
Mit der Entscheidung würdigt die Deutsche UNESCO-Kommission die Arbeit von 5.600 Schaustellerfamilien und 1.200 Jahren gelebter Volksfestkultur. Auf rund 9.750 Volksfesten begrüßen Schaustellerinnen und Schausteller jährlich rund 200 Millionen Gäste.
„Schausteller sind weit mehr als Betreiber von Fahrgeschäften oder Verkaufsständen – sie sind Träger von Tradition, Gemeinschaft und gelebter Kultur“, erklärte Marcus Leitschuh, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Gerade in Kassel werde deutlich, wie wichtig Schaustellerfamilien für das kulturelle Leben der Stadt seien. „Mit traditionsreichen Namen wie Schellberg, Ruppert, Wunderle, Berger, Nier, Fliege Beinhorn, Kalbfleisch, Gies, Bode und Bodem verbinden Generationen von Bürgerinnen und Bürgern Erinnerungen an Autoscooter, gebrannte Mandeln, Riesenrad, Eisrutsche, Kinderkarussell oder Glühwein bei Zissel, Messe, Frühlingsfest oder Weihnachtsmarkt“, so Leitschuh.
Viele Schaustellerbetriebe seien Familienunternehmen, die ihr Wissen und ihre Werte über Generationen weitergeben. Der Aufbau und Betrieb von Fahrgeschäften, die Gestaltung von Buden und das Schaustellerhandwerk selbst seien Ausdruck einer eigenständigen kulturellen Praxis mit langer Geschichte. Kassel verstehe sich als Kulturstadt nicht nur durch Museen und große Ausstellungen, sondern auch durch lebendige und niedrigschwellige Kulturangebote im öffentlichen Raum. „Schausteller tragen dazu bei, dass Kultur für alle erlebbar ist – mitten in der Stadt, unter freiem Himmel, offen und einladend“, sagte Leitschuh.
Auch ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung hebt die CDU-Fraktion hervor. „Volksfeste schaffen Orte der Begegnung für alle Generationen, unabhängig von Herkunft oder sozialem Hintergrund. Veranstaltungen wie der Zissel oder der Kasseler Weihnachtsmarkt sind ohne Schausteller nicht denkbar. Sie sorgen für Atmosphäre, Emotionen und unvergessliche gemeinsame Erlebnisse“, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende Holger Augustin.
Augustin würdigte zudem das soziale Engagement und die Kreativität, mit der Schausteller in der Corona-Pandemie für Abwechslung gesorgt hätten. „Neben ihrem kulturellen Beitrag leisten Schausteller auch einen wichtigen wirtschaftlichen Impuls für die Stadt und stärken den lokalen Zusammenhalt. Sie sind verlässliche Partner bei Veranstaltungen und prägen das Stadtbild nachhaltig“, so Augustin.
Für die CDU-Fraktion ist die Anerkennung als immaterielles Weltkulturerbe ein starkes Signal für den Wert dieser besonderen Kulturform. „Wir sind stolz auf die Schaustellerfamilien in Kassel, die mit ihrem Engagement und ihrer Leidenschaft unsere Stadt bereichern“, erklärte Augustin.
Abschließend spricht die Fraktion allen Schaustellerinnen und Schaustellern Dank und Anerkennung aus – verbunden mit dem Wunsch, dass diese lebendige Tradition auch künftig fester Bestandteil des kulturellen Lebens in Kassel bleibt. Das Frühlingsfest vom 24. April bis 17. Mai 2026 auf dem Festplatz Schwanenwiese biete dazu eine gute Gelegenheit, dieses immaterielle Weltkulturerbe in Kassel zu feiern.
