KulturKarteKassel prüfen – Museen einfacher erlebbar machen

Kultur

CDU will trägerübergreifendes Ticket- und Gutscheinsystem möglichst bis zur documenta 16

Ein Ticket oder Gutschein für die Kasseler Museen – unabhängig davon, ob sie von Stadt, Land oder privaten Trägern betrieben werden: Die CDU-Fraktion hat einen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, mit dem die Einführung einer „KulturKarteKassel“ geprüft und vorbereitet werden soll. Ziel ist es, den Zugang zur vielfältigen Kasseler Museumslandschaft einfacher und attraktiver zu machen. Perspektivisch könnten auch weitere Kulturangebote einbezogen werden.

„Gerade für Gäste unserer Stadt muss es einfacher werden, bereits bei der Reiseplanung online Eintrittskarten für unterschiedliche Museen und Kulturangebote zu kaufen. Die Besucher interessieren sich schließlich nicht dafür, wer Träger eines Museums ist. Sie wollen Kultur in Kassel erleben“, erklärt Marcus Leitschuh, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Wie unkompliziert ein gemeinsames Angebot funktionieren kann, habe zuletzt die Museumsnacht gezeigt: Mit einem Ticket konnten zahlreiche Einrichtungen besucht werden. Die CDU möchte deshalb prüfen lassen, wie ein solches trägerübergreifendes Prinzip dauerhaft umgesetzt werden kann. Mit Blick auf die documenta 16 soll möglichst rechtzeitig ein entsprechendes Angebot für die Kasseler Museen zur Verfügung stehen. Den konkreten Anstoß für den Antrag gab eine ehemalige Kasselerin. Sie wollte einen Kulturtag in Kassel verschenken und stellte dabei fest, dass sich nicht für alle gewünschten Museen unkompliziert online Eintrittskarten oder Gutscheine erwerben ließen. „Eigentlich müsste es ganz einfach sein: Ich möchte jemandem Kultur in Kassel schenken und kaufe dafür einen gemeinsamen Gutschein. Ob dieser später in einem städtischen, landeseigenen oder privaten Museum eingelöst wird, sollte für den Käufer keine Rolle spielen“, so Leitschuh.

Der Magistrat soll nach dem Willen der CDU gemeinsam mit der Kassel Marketing GmbH, den Kasseler Museen und gegebenenfalls weiteren Kultureinrichtungen ein Konzept für eine trägerübergreifende „KulturKarteKassel“ oder einen gemeinsamen Museumsgutschein entwickeln und rechtzeitig vor der documenta 16 vorstellen.

In einem ersten Schritt soll ein möglichst einfaches gemeinsames Ticket- beziehungsweise Bezahlsystem für die Kasseler Museen im Mittelpunkt stehen. Geprüft werden sollen eine digitale Lösung und/oder eine physische Karte, die Beteiligung städtischer, landeseigener und privater Museen, die spätere Einbindung weiterer Kulturangebote sowie eine mögliche Verknüpfung mit dem ÖPNV. Wichtig sei zudem eine möglichst einfache und verwaltungsarme Abrechnung zwischen den beteiligten Einrichtungen.

„Weil wir besonders die Gäste der documenta im Blick haben, sollte zunächst eine zeitnahe Lösung für die Museen erreicht werden. Wenn sich darüber hinaus Theater, Kinos oder andere Kulturangebote integrieren lassen, wäre das ein zusätzlicher Gewinn“, erklärt Leitschuh.

Kassel verfüge über eine außergewöhnlich vielfältige Museums- und Kulturlandschaft. Für Besucherinnen und Besucher seien die unterschiedlichen Trägerschaften jedoch kaum von Bedeutung. „Eine gemeinsame Karte, eine App oder ein Gutschein könnte diese Grenzen überwinden. Man verschenkt dann nicht nur den Eintritt in ein bestimmtes Museum, sondern ganz einfach Kultur in Kassel.“

Ein solches Angebot wäre nach Auffassung der CDU nicht nur für Touristinnen und Touristen interessant. Auch Kasselerinnen und Kasseler könnten es beispielsweise als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk nutzen. Ebenso käme es als Präsent von Unternehmen und Institutionen für Mitarbeitende, Geschäftspartner oder Gäste infrage.

Mit der KasselCard und dem Kassel-Gutschein verfüge Kassel Marketing bereits über Erfahrungen, an die angeknüpft werden könne. Zugleich könnte ein gemeinsames Angebot die Kasseler Museen stärker als zusammengehörige Kulturlandschaft sichtbar machen und zusätzliche Besuche auslösen. „Kulturtourismus stärkt nicht nur die besuchten Einrichtungen. Er sorgt auch für Übernachtungen und zusätzliche Umsätze in Gastronomie und Handel. Deshalb hat die ganze Stadt ein Interesse daran, den Zugang zu unseren Kulturangeboten so einfach wie möglich zu machen“, so Leitschuh.

 

 

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