Im Rahmen der Demokratietage der Reuterschule besuchte Holger Augustin, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion Kassel, die Schule. Begleitet wurde das Gespräch von den betreuenden Lehrkräften Sonja Klingenberg-Jahn und Michael Jahn.
Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, um ihre Sicht auf aktuelle Themen in Kassel zu schildern. Ein zentrales Thema war die Situation am Lutherplatz. Die Jugendlichen schilderten ein ungutes Gefühl sowie Ängste im Zusammenhang mit der dortigen Drogenszene und äußerten den Wunsch nach mehr Beleuchtung und Überwachung. „Ich finde es wichtig, dass junge Menschen solche Themen offen ansprechen“, sagte Holger Augustin. „Wenn sich Schülerinnen und Schüler in ihrer eigenen Stadt unsicher fühlen, müssen wir genau hinhören. Das subjektive Sicherheitsgefühl ist genauso ernst zu nehmen wie die objektive Lage.“
Auch die Situation an der Reuterschule selbst wurde intensiv diskutiert. Durch einen einsturzgefährdeten Gebäudeteil bestehen derzeit Raumprobleme, zudem ist die Barrierefreiheit eingeschränkt. Kritisch äußerten sich die Jugendlichen zudem zum Zustand der Sanitäranlagen.
„Schulen sind Orte des Lernens, aber auch des Wohlfühlens“, betonte Augustin. „Gerade hier dürfen wir keine Kompromisse machen. Wir wissen, dass insbesondere die Reuter- und die Knippingschule vor großen Herausforderungen stehen. Unser Ziel ist es, zumindest kurzfristig praktikable Lösungen – etwa bei der Barrierefreiheit – auf den Weg zu bringen.“
Im Gespräch kamen ebenfalls Fragen zum öffentlichen Nahverkehr auf. Neben der Taktung einzelner Linien wurden auch Sauberkeit und Hygiene thematisiert. Augustin zeigte Verständnis für die Kritik: „Der ÖPNV ist für viele Menschen unverzichtbar. Trotz der bekannten finanziellen Herausforderungen müssen wir alles daransetzen, ein möglichst gutes Angebot sicherzustellen. Wir sehen bereits Verbesserungen und erwarten weitere positive Entwicklungen.“
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion waren Erfahrungen mit Diskriminierung, insbesondere gegenüber Menschen mit Kopftuch, sowie lange Bearbeitungszeiten bei Einbürgerungsverfahren.
„Kassel lebt von Vielfalt. Niemand sollte sich ausgegrenzt fühlen“, so Augustin. „Gleichzeitig sehen wir, dass bürokratische Prozesse oft zu langsam sind. Mehr Digitalisierung kann hier ein entscheidender Schritt sein.“
Neben Sachthemen ging es auch um demokratische Beteiligung. Holger Augustin ermutigte die Schülerinnen und Schüler ausdrücklich, sich einzubringen – sei es im Jugendgremium, in Parteien, Ortsbeiräten oder Vereinen.
„Demokratie ist kein Zuschauerprojekt“, sagte Augustin. „Wer mitreden und mitgestalten möchte, hat viele Möglichkeiten. Gerade Vereine, Initiativen und Jugendgremien sind wichtige Orte, um Verantwortung zu übernehmen.“
Auch alltägliche Fragen des Zusammenlebens – etwa Winterdienst und gegenseitige Rücksichtnahme – fanden ihren Platz im Gespräch. „Am Ende geht es oft um das Miteinander“, erklärte Augustin. „Politik kann Rahmenbedingungen setzen, aber Gemeinwohl entsteht vor allem dort, wo Menschen aufeinander achten und sich gegenseitig unterstützen.“
Die CDU-Fraktion Kassel bewertet den Besuch im Rahmen der Demokratietage als wichtigen Beitrag zur politischen Bildung und zum Dialog zwischen Politik und der jungen Generation.
„Die Offenheit, das Interesse und die klugen Fragen der Schülerinnen und Schüler haben mich beeindruckt“, resümierte Augustin. „Solche Gespräche zeigen, wie lebendig Demokratie sein kann.“
