CDU-Fraktion Kassel lehnt Fahrradstraße und Sperrung des Auedamms entschieden ab

Verkehr

Die CDU-Fraktion Kassel weist Überlegungen, den Auedamm in eine Fahrradstraße umzuwandeln oder für den Durchgangsverkehr zu sperren, entschieden zurück. Entsprechende Prüfaufträge, wie sie aktuell im Zusammenhang mit der Verkehrssituation am Auedamm diskutiert werden, gehen aus Sicht der CDU-Fraktion in die völlig falsche Richtung.
Dazu erklärt Holger Augustin, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion Kassel:
„Der Auedamm darf nicht zum nächsten verkehrspolitischen Versuchslabor werden. Wer dort den Autoverkehr immer weiter zurückdrängen oder den Durchgangsverkehr sperren will, trifft nicht irgendeine anonyme Verkehrsmenge, sondern ganz konkret Bürgerinnen und Bürger, Familien, ältere Menschen, mobilitätseingeschränkte Personen, Vereine, Gastronomie und Besucherinnen und Besucher von Fulda, Aue und Auebad. Solche Maßnahmen werden wir als CDU-Fraktion nicht mittragen.“
Besonders kritisch sieht die CDU-Fraktion die möglichen Folgen für die ansässigen Betriebe und Gastronomen am Auedamm. Deren wirtschaftlicher Erfolg hängt in erheblichem Maße davon ab, dass Gäste, Lieferanten, Beschäftigte und Veranstaltungsbesucher die Betriebe gut erreichen können. Eine Sperrung oder deutliche Einschränkung des Autoverkehrs würde diese Erreichbarkeit massiv verschlechtern.
Augustin weiter:
„Wer den Auedamm sperrt, gefährdet nicht nur Bequemlichkeit, sondern Existenzen. Gastronomie und Betriebe leben von Erreichbarkeit. Wenn Gäste wegbleiben, weil sie nicht mehr vernünftig anfahren können, dann fehlen Umsätze. Und wenn Umsätze dauerhaft fehlen, reden wir irgendwann nicht mehr über Verkehrsberuhigung, sondern über Geschäftsaufgaben und Schließungen. Das kann niemand ernsthaft wollen.“
Die CDU-Fraktion betont, dass Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer selbstverständlich wichtig ist. Daraus dürfe aber nicht automatisch die politische Schlussfolgerung gezogen werden, den Autoverkehr weiter einzuschränken oder wichtige Verbindungen zu kappen.
Alexander Grotov, Sprecher der CDU-Fraktion für Stadtentwicklung und Verkehr, erklärt:
„Eine Sperrung des Auedamms würde den Verkehr nicht verschwinden lassen. Er würde sich sehr konkret auf den Steinweg verlagern. Damit würden neue Belastungen an einer Stelle geschaffen, die ohnehin eine wichtige Verkehrsachse in der Innenstadt ist. Gleichzeitig würden die Betriebe am Auedamm geschwächt, weil ihre Erreichbarkeit leidet. Das ist keine durchdachte Verkehrspolitik, sondern die Verlagerung und Verschärfung von Problemen mit Ansage.“
Die CDU-Fraktion kritisiert insbesondere, dass solche Vorschläge regelmäßig zunächst als harmlose Prüfaufträge daherkommen. Tatsächlich gehe es aber
erkennbar um eine weitere Einschränkung des motorisierten Individualverkehrs in Kassel.
Augustin weiter:
„Wir erleben immer wieder denselben Reflex: Wenn es irgendwo eng wird, soll zuerst das Auto weichen. Das ist zu kurz gedacht. Kassel braucht keine Politik gegen einzelne Verkehrsteilnehmer, sondern vernünftige Lösungen für alle. Radfahrer, Fußgänger, Autofahrer, ÖPNV-Nutzer – sie alle gehören zu dieser Stadt. Wer Politik nur für eine Gruppe macht, spaltet am Ende die Stadtgesellschaft.“
Aus Sicht der CDU-Fraktion braucht es am Auedamm keine ideologische Grundsatzentscheidung gegen das Auto, sondern praktikable Verbesserungen vor Ort. Dazu zählen klare Wegeführung, bessere Beschilderung, Rücksichtnahme, gegebenenfalls punktuelle bauliche Anpassungen und eine realistische Betrachtung der tatsächlichen Verkehrsströme. Vor allem müsse mit den betroffenen Geschäftsleuten, Gastronomen, Vereinen und Anliegern gesprochen werden, bevor über Maßnahmen nachgedacht werde, die tief in deren Alltag und wirtschaftliche Grundlage eingreifen.
Grotov abschließend:
„Der Auedamm ist ein sensibler Freizeit- und Erholungsraum, aber eben auch Standort von Gastronomie, Vereinsleben und Betrieben. Wer ihn sperrt oder zur Fahrradstraße macht, muss ehrlich sagen, was das für diese Menschen bedeutet. Schlechtere Erreichbarkeit, weniger Gäste, weniger Umsatz und im schlimmsten Fall geschlossene Türen. Eine solche Politik auf Kosten der ansässigen Geschäftsleute ist mit der CDU-Fraktion nicht zu machen.“

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