Die CDU-Fraktion ruft zur Gelassenheit in der Debatte um das entfernte documenta-Plakatmotiv am ehemaligen ruruHaus auf. Nach Ablauf des Mietvertrages der documenta war es an der Fassade der von der documenta 2022 als „ruruHaus“ genutzten Immobilie wieder übermalt worden. So sehr die Enttäuschung auch ein Beweis für die Akzeptanz der documenta ist, so sehr ist für die CDU-Fraktion auch die Einschätzung richtig, dass das entfernte Werbegraffiti nicht die drängendste Frage der Menschen in Kassel und der Kulturpolitik ist. Die nächste documenta brauche auch optische Spielräume, weil jede documenta den Stadtraum auf eigene, immer wieder neue und überraschende Weise bespielt.
Dabei gilt auch festzuhalten, dass die graphische Gestaltung des ruruHauses kein offizielles documenta-Außenkunstwerk war. Das am ruruHaus aufgetragene Plakatmotiv war die Markierung des „Welcome Centre“ der d15 und damit eine andere Kategorie als Außenkunstwerke. „Es gibt gute Gründe, warum an dieser Stelle jetzt nicht liebevolle documenta-Nostalgie, sondern ein zukunftsorientierter documenta-Weitblick gefragt ist", so Marcus Leitschuh, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion und Mitglied im documenta Aufsichtsrat. Im Herbst würde das optische Erscheinungsbild der d16 vorgestellt und die Stadt prägen. Das dem ehemaligen ruruHaus gegenüberliegende Sinn-Gebäude wird dabei während der documenta 2027 eine große inhaltliche und optische Rolle spielen und soll auch langfristig zum documenta-Zentrum entwickelt werden. Für das ehemalige ruruHaus ist gerade der Architektenwettbewerb ausgeschrieben worden und es ist aus Sicht der CDU-Fraktion auch im Sinne architektonisch-künstlerischer Freiheit richtig, hier alle Planungs- und Gestaltungsfreiheiten zu schenken, die das dort entstehende kulturelle Zentrum mit Stadtbücherei, Bühne und Kulturräumen als „Dritten Ort“ verdient habe.
„Die d15 macht auch optisch den Weg frei für ihre Nachfolgerin und fügt sich damit in den Kreislauf des Kommens und Gehens des optischen Erscheinungsbildes der weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihe für die Gegenwartskunst ein“, so Marcus Leitschuh: „So sehr die Menschen die farbenfrohe Bemalung mochten: wer an dieser Stelle spektakuläre und optisch innenstadtprägende Kulturorte entwickeln und eine starke nächste documenta will, darf nicht an einem alten documenta-Logo an der Hauswand hängen.“
Es gehört nach Meinung der CDU-Fraktion zum Wesen der documenta, dass „nach einer documenta“ immer „vor einer documenta“ ist und die neue künstlerische Leitung alle Freiheiten hat – auch optisch. Das habe in der Vergangenheit z.B. auch dazu geführt, dass angeschaffte Außenkunstwerke wie der Himmelsstürmer nicht auf dem zentralen Friedrichsplatz verblieben. Leitschuh: „Das ruruHaus war ein wichtiger Ort, und das von Anfang an zeitlich begrenzte Design der Hauswand hat mit dazu beigetragen, diesen Raum für die Menschen zu erobern und war Inspiration für Neues.“ Dieses Neue der documenta müsse jetzt alle Chancen bekommen.

CDU-Fraktion: documenta braucht auch optisch künstlerische Freiheit – „documenta-Zukunft statt documenta-Nostalgie“
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