Straßenbahnerweiterung nach Harleshausen wohl gescheitert

Dominique Kalb

Das kürzlich bekannt gewordene Ergebnis der Machbarkeitsstudie zum Erweiterungsvorhaben „Tram Harleshausen“ lässt eine Realisierung des Projektes derzeit unwahrscheinlich erscheinen. „Die im Auftrag der KVG durchgeführte gesamtwirtschaftliche Nutzen-Kosten-Untersuchung hat ergeben, dass die Kosten das 5-fache des Nutzens betragen. Dieser schlechte Wert bedeutet, dass es für die Tram nach Harleshausen keine Fördermittel gibt“, so der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dominique Kalb. Welche Teilindikatoren im Wesentlichen dazu beigetragen haben, dass der Nutzen-Kosten-Faktor derart niedrig ausgefallen ist und der Nachweis der Förderfähigkeit somit nicht erbracht werden konnte, will die CDU mit einer Anfrage an den Magistrat klären. „Bislang hat der Magistrat die Machbarkeitsstudie weder vorgestellt noch liegt sie den Stadtverordneten vor“, kritisiert Kalb. Verwundert sei die CDU auch darüber, dass die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie erst jetzt bekannt geworden sind. Der Magistrat habe seit April 2018 den Auftrag, die KVG mit den erforderlichen Untersuchungen zu beauftragen und selbst zur Kommunalwahl 2021 haben SPD und Grüne mit der Tram nach Harleshausen geworben. „Hier könnte der Eindruck entstehen, dass man mit dem Ergebnis bis nach der Kommunalwahl gewartet hat. Die Ermittlung der Förderfähigkeit muss keine drei Jahre dauern“, so Kalb. Der Magistrat sei jetzt gefragt, zu erklären, wie es weitergehen soll und was er unternimmt, um zukünftig Verbesserungen im ÖPNV-Angebot zu realisieren. Die sog. „Liniennetzreform“ hat unbestritten zu Angebotsverschlechterungen im ÖPNV geführt. Davon betroffen ist u.a. auch der Stadtteil Harleshausen.

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