„Ruru-Haus“ soll dauerhafter Standort werden – CDU einstimmig für documenta-Institut in der Innenstadt

Marcus Leitschuh

Dr. Michael von Rüden

Die Kasseler CDU-Fraktion hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, dass das ehemalige Sportarena-Gebäude an der Ecke Obere Königs- und Treppenstraße Standort für das documenta-Institut werden soll. Sie fordert den Magistrat dazu auf, die notwendigen Schritte einzuleiten. Ziel muss es sein, dass noch vor der „documenta fifteen“ im Jahr 2022 Klarheit herrscht. „Die CDU sieht in einem Umbau des lange leerstehenden Gebäudes viele Vorteile für die Entwicklung der Innenstadt und gleichzeitig gute Perspektiven für die documenta und das in Gründung befindliche documenta-Institut“, so der Fraktionsvorsitzende Dr. Michael von Rüden. Die CDU-Fraktion sieht sich in ihrer ablehnenden Haltung gegen die ursprünglich vom Magistrat geplanten Standorte Holländischer Platz und Karlsplatz bestätigt. „Unsere beharrliche Argumentation gegen den für das Archiv ungeeigneten Standort „Hopla“ und die Unterstützung der Anlieger gegen eine enge Bebauung am Karlsplatz ermöglicht jetzt die Chance, einen breit getragenen Konsens zu finden“, so Dr. Michael von Rüden. Der Standort „Sportarena“ war von der CDU-Fraktion und vielen Bürgerinnen und Bürgern auch in den letzten Jahren immer wieder als Standort für ein documenta-Institut benannt worden. Bisher hatte man allerdings von der Stadt immer die Antwort bekommen, dass die Bundes- und Landeszuschüsse ausschließlich für einen Neubau genutzt werden können. Offenbar bewertet die Stadt die Zuschusszusagen mittlerweile anders. Da die documenta das ehemalige Kaufhaus bereits für die Nutzung bis Ende 2022 ertüchtigt hat, sind hier auch Synergieeffekte für eine Weiternutzung zu erwarten, die sich positiv auf die Kosten auswirken können. Die besondere Lage vis-à-vis vom Friedrichsplatz und die Architektur aus den Gründungsjahren der documenta sind auch kulturpolitisch für die CDU-Fraktion eine Chance. „Die Achse Kulturbahnhof – Obelisk – Institut – Fridericianum -documenta-Halle und Weitung durch das documenta-Kunstwerk „Rahmenbau“ von Haus-Rucker-Co in die Aue bietet eine sinnvolle, kraftvolle und logische documenta-Achse, die Stadt- und documenta-Geschichte sichtbar werden lässt“, so Marcus Leitschuh, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Für die CDU-Fraktion ist bei der konkreten räumlichen und konzeptionellen Ausgestaltung wichtig, dass in dem großen Gebäude alle Bereiche der documenta verbunden werden. So könne durch einen Umzug der documenta-Leitung aus dem Fridericianum und weiterer von der documenta genutzter Etagen im Dock4 im Instituts-Gebäude ein wirkliches documenta-Zentrum entstehen. „Gleichzeitig könnte im Fridericianum mehr Platz für die Kunst und im Dock4 für die „Freie Szene“ geschaffen werden“, so Marcus Leitschuh. Wichtig ist der CDU-Fraktion außerdem, dass bei einem documenta-Institut an der Königsstraße auch ebenerdig eine öffentliche Nutzung eingeplant ist.

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